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Kommentar: Hartes Urteil?

29.06.2017 22:11 2627

Die Staatsanwaltschaft der Provinz Khanh Hoa hat eine Freiheitsstrafe von acht bis zehn Jahren für die Bloggerin „Me Nam (Pilzmutter) - Nhu Quynh“ vorgeschlagen. Für mich ist dieses Urteil zu hart.
Kommentar: Hartes Urteil?
Bloggerin Me Nam (Pilzmutter) - Nhu Quynh und ihre zwei Kinder

Nguyen Ngoc Nhu Quynh (Bloggerin Me Nam) vor Gericht. Angeklagt wegen: "Propaganda gegen die Sozialistische Republik Vietnam"

Aus allen Oppositionellen, die ich kenne, ist die Pilzmutter noch eine Person, die nicht extremítisch denkt oder nicht in irgendwelchen Skandalen steckt. Außerdem gehört sie keiner Gruppierung oder Partei an. Obwohl wir uns beide nicht persönlich kennen und wir beide noch nicht gemeinsam politisch aktiv wurden, schätze ich sie sehr. Die Zahl an Oppositionellen, die ich schätze, ist nicht sonderlich hoch, wohlgemerkt.

Jetzt, wo Vietnam immer mehr mit den Vereinigten Staaten in der Sicherheitspolitik kooperiert, ist das Vertrauen in dieses Programm wichtig. Die USA wollen ưeder das Regime oder noch die Kommunistische Partei Vietnams auflösen, dennoch fordern sie von ihr, dass sie sich nach und nach den Werten nähern, die die USA in der Welt propagieren: Freiheit, Demokratie und Nächstenliebe.

Die Kommunistische Partei Vietnams hat immer die Befürchtung, dass ein Zusammenkommen zwischen den USA und China eines Tages auf den Kosten Vietnams getragen wird. Anstatt die Einflüsse im Regime auszubalancieren, will ein Flügel innerhalb der Partei „die USA ausnutzen, nicht um die Einflüsse auszubalancieren. Alles im Interesse des Landes sowie des Volkes.“

Ich war niemals ein Anhänger der Idee, dass Vietnam sich mit den USA oder mit China verbünden soll. Ich glaube eher daran, dass das Volk selbst überleben und das Land selbst stärken soll. Es ist klar, dass die Tatsache, dass die First Lady Melania Trump die Bloggerin „Me Nam“ (Pilzmutter) – Nhu Quynh, mit dem International Woman of Courage Award ausgezeichnet hat und die Tatsache, dass Vietnam und die USA das „Vertrauen in das Sicherheitsprogramm“ brauchen, damit sie einen gemeinsamen Weg im Umgang mit China finden, den Strafvorschlag für Nhu Quynh als nichts anderes darstellt, als eine Watsche ins Gesicht der First Lady. Ebenso ist es eine Watsche für alle US-amerikanischen Politiker, die versuchen die Kommunistische Partei Vietnams am Leben zu erhalten, damit die USA und Vietnam weiterhin einen gemeinsamen Weg gehen können.

Das ist auf der Makroebene. Auf der Mikroebene, kann man sehen, dass zu viele Menschen auf der Polizeiwache sterben. Todesursache: „selbst gestolpert; eigenständiges Erschaffen eines Messers aus Papier; elastischen Hosenbund verwendet, um sich selbst zu erhängen, etc...“ Es ist inzwischen alarmierend geworden und es ist auch Zeit, dass die Volkspolizei anfängt, die Art zu Arbeiten ändert, bevor es zu spät ist. Ich habe gehört, dass der Minister für Öffentliche Sicherheit To Lam von der internationalen Gemeinschaft, sowie vom Volk, als eine keine schlechte Person eingestuft wird und auch irgendwo gerecht ist.  So sollte To Lam erkennen, dass die Bloggerin Me Nam (Pilzmutter) eigentlich ein Segen für die Volkspolizei ist, wenn sie dafür kämpft, dass immer weniger unschuldige Menschen in den Polizeiwachen sterben müssen.

Es mag zwar sein, dass die Bloggerin noch nicht alles verstanden hat, was Sachen auf nationaler sowie auf internationaler Ebene angeht und dort andere Ansichten hat, aber genau deshalb könnte die Kommunistische Partei Vietnams ihr dabei helfen, die richtigen Sichtweisen zu erkennen, anstatt sie, als eine normale Bürgerin, zu bestrafen, nur weil ihr Blickfeld auf der Makroebene noch nicht so breit ist. Wenn das Volk etwas nicht versteht, dann sollte die Regierung alles daran setzen, damit das Volk versteht und nicht bestrafen, weil es etwas nicht versteht.

Jetzt, wo die Kommunistische Partei Vietnams über politische Reformen nachdenkt, wie die Einführung eines gewählten Präsidenten, das Verhältnis zwischen der Partei und dem Parlament, wirkt der Strafvorschlag für eine Oppositionelle als zu hart, isolationistisch und animalisch. Ist das wirklich gerechtfertigt?

Die Ansicht, „man solle keine Menschen schlagen, die eh schon auf dem Boden liegen“, die so oft von der Kommunistischen Partei Vietnams propagiert wird, scheint nur für außenstehende Feinde wie Formosa aus Taiwan zu gelten und nicht für den Umgang von Vietnamesen mit Vietnamesen.

Liebe Nhu Quynh, ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen auf deinem harten Weg.

Hữu Minh

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Danh Sách Bình Luận

Nguyễn Doãn Đôn - 30/06/2017
Der Artikel hat mir gut gefallen. „In der Kürze liegt die Würze“. Weiter so, Huu Minh


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